Eine Reise über Italienisches Weihnachtsgebäck

Kategorie: Allgemein

Mit dem Beginn der Adventszeit steigt auch die Vorfreude auf Weihnachten. Überall begegnet man dann dem verführerischen Geruch nach frisch-zubereitetem Gebäck: auf den Weihnachtsmärkten, in der Fußgängerzone, aber auch Zuhause. Man besucht Freunde und Familie, tauscht Geschenke aus und genießt das Beisammensein während man auch genüßlich Weihnachtsgebäck knabbert.

Auch in der italienischen Kultur ist die Weihnachtszeit eine besondere und besinnliche Epoche, welche vor allem der Familie gewidmet ist und diese durch die hauseigene Backkunst verwöhnt werden. Das Weihnachtsgebäck aus der eigenen Hausbäckerei variiert dabei nach Region, Provinz oder sogar nach Gemeinde.

Wir starten die Reise über italienisches Weihnachtsgebäck in Norditalien, wo bevorzugt Kekse und Plätzchen nach mitteleuropäischem Vorbild verspeist werden, dabei sind vor allem die Kekse auf Mandelbasis in ganz Italien berühmt. In der Toskana dagegen werden die beliebten Ricciarelli di Siena gebacken, Plätzchen aus Süß- und Bittermandeln, Eiweiß, Puderzucker und dem Aroma aus Orangenschalen. Besonders begehrt und bekannt sind die Cantuccini, die aus der toskanischen Provinz Prato stammen, auch in Deutschland sieht man sie oft in der Weihnachtszeit.
Weiter südlich und am Meer liegt Neapel (in der Region Kampanien), hier kommen die sogenannten Struffoli her, goldene Weihnachtskugeln zum Essen, die angeblich schon eine 2500 Jahre alte Geschichte haben: man sagt, dass bereits die ersten griechischen Eroberer Teigkugeln frittiert und anschließend mit Honig übergossen hätten. Heutzutage werden die Struffoli nicht nur mit Honig-Zucker-Mischung gewendet sondern mit kandierten Früchten, Anis-Kugeln und Liebesperlchen verziert. Struffoli genießt man urtypisch mit einem Glas Limoncello-Likör nach dem Weihnachtsessen.

Kampanien wird als die Heimat der italienischen Weihnachtsbäckerei wahrgenommen, neben Struffoli, kann man auch die Susamelli, Mostaccioli, Divino Amore und die besonders harten Roccocò kosten.

Genau gegenüber von Kampanien liegt die Region Apulien, hier kommen die Cartellate her: dünne Streifen eines Teigs aus Mehl, Olivenöl und Weißwein, die mehrfach geknetet werden, bis der Teig die Form einer Rose annimmt. Nach dem anschließenden Frittieren, werden die fast fertigen Cartellate in heißem Vincotto und nicht in Honig getunkt und dann mit Zimt, Puderzucker und Zuckerkonfekt bestreut, danach kann man das Gebäck verzehren.

Aus Sizilien, als letzter Ort der Reise, kommt das Buccellato, ein Mürbeteig-Ring, welcher mit getrockneten Feigen, Orangenschale, Mandeln und weiteren Produkten versehen wird, auch hier variiert die Zubereitung je nach Gemeinde.

Abschließend kann man sagen, dass Italien ein Paradies für alle ist, die Weihnachtsgebäck lieben, egal ob süß, fruchtig oder herb. Die Auswahl lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern auch Gourmets, die gerne etwas Neues probieren.